Mit ANNAWANDERT auf die Schesaplana, den höchsten Gipfel im Rätikon
- Anna Engstler
- 10. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Juli
Es gibt Berge, auf denen man irgendwann einfach einmal oben stehen möchte. Die Schesaplana gehört definitiv dazu. Mit 2.964 Metern ist sie der höchste Gipfel des Rätikons. Wer einmal oben war, weiß auch, warum sich die Mühe lohnt.
Im Juli durfte ich wieder eine Gruppe auf diesen für mich so besonderen Berg begleiten. Mit dabei waren John, Judith, Corinna und Alexander. Vier sportliche und motivierte Wanderbegeisterte. Wer um 8.15 Uhr freiwillig mit geschnürten Bergschuhen, gepacktem Rucksack und einem Lächeln im Gesicht auf mich wartet, der meint es ernst. Ein gutes Zeichen.
Los ging es am Lünersee
Schon bei der Auffahrt mit der Lünerseebahn wurde klar: Das wird ein Traumtag. Während im Tal unten die Temperaturen nach oben kletterten, erwartete uns am Lünersee angenehm frische Bergluft. Der See leuchtete in einem fast schon kitschigen Türkis, darüber ein blauer Himmel. Viel besser hätten die Voraussetzungen für eine Bergtour nicht sein können.
Vor uns lagen rund 1.000 Höhenmeter bergauf. Und später 1.000 Höhenmeter wieder runter.
Nach einem flachen Start am See wurde der Weg Richtung Totalphütte steiler, die Landschaft karger. Meter für Meter gewannen wir an Höhe. Der Blick zurück auf den Lünersee jedes Mal beeindruckend, jedes Mal schimmerte der See in anderen Türkistönen, je nach dem, wie gerade die Sonne auf das Wasser fiel. Die Landschaft veränderte sich langsam. Latschen und Blumen, wie die pinke Alpenrose, wurden seltener, stattdessen mehr Felsen und schroffes Geröll.
Vorbei an der Totalphütte
Nach einer kurzen Trinkpause auf der Totalphütte wanderten wir weiter. Der Gipfel wartete. Weitere knapp 600 Höhenmeter lagen vor uns. Und irgendwann dieses schöne Gefühl: "Jetzt bist du wirklich im Hochgebirge angekommen." Irgendwann noch ein Schneefeld über dem Wanderweg. Wir querten es nicht, sondern gingen oben daran vorbei. Das war auch der brenzligste Part der ganzen Tour. Mit jedem Höhenmeter wurde die Landschaft noch spektakulärer.
Ein paar Schritte in der Schweiz
Für den Grenzübertritt in die Schweiz braucht es wenig. Keine Passkontrolle. Nur ein kleines Schild. Ein Schritt. Und schon steht man drüben.
Oben auf der Schesaplana
Und dann standen wir nach drei Stunden endlich oben. Auf 2.964 Metern Seehöhe. Am höchsten Punkt des Rätikons.
Gemeinsam standen wir neben dem Gipfelkreuz, das sich Österreich und die Schweiz teilen. Von hier oben zeigte sich der Rätikon von seiner allerschönsten Seite. 360 Grad Rundumblick: Vorarlberger, Schweizer, Tiroler, Liechtensteiner und Deutsche Berggipfel. Sogar der Ortler in Südtirol im Süden und der Bodensee im Norden waren zu sehen. Unter uns leuchtete der Lünersee, auf der anderen Seite lagen die letzten Überbleibsel des Brandner Gletschers. Wie wenig Eis dort inzwischen noch übrig ist. Ich frage mich, wie lange es ihn wohl noch geben wird?
Mein Fazit?
Die Schesaplana ist kein Spaziergang. Trittsicherheit, Kondition und Durchhaltevermögen gehören schon dazu. Dafür wird man mit einer genialen Aussicht belohnt. Die hochalpine Landschaft und die Aussicht vom höchsten Berg des Rätikons machen diese Tour jedes Mal aufs Neue zu etwas Besonderem.

Danke, John, Corinna, Alex und Judith, für diesen tollen Bergtag. Ich freue mich schon auf die nächste Tour. Vielleicht auch mit dir? Zum Beispiel im Rätikon von Vorarlberg, über die Schweiz nach Liechtenstein: Drei Länder-Tour Rätikon | annawandert
Wer die Tour nachwandern möchte, klickt hier für die genauen Tourendaten.



















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